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Instrumentarium

Instrumentensammlung - Nikolaus Harnoncourt

Das Instrumentarium

Über Jahrzehnte tragen Nikolaus und Alice Harnoncourt Instrumente zusammen, die wieder zum Leben erweckt werden sollen. Die Klangwelten unterscheiden sich von den modernen Instrumenten – diese zu entdecken und zum Klingen zu bringen, führt die Harnoncourts auf Orgelemporen, wo sich in Kästen lang vergessene Instrumente finden, aber auch zu Händlern, Museen, Geigen- und Instrumentenbauern in vielen Städten. Es spricht sind herum, dass der Concentus Musicus auf Instrumenten der Entstehungszeit seines Repertoires spielen will – und so entsteht auch ein reger Austausch mit anderen Sammlern, denen es ein Anliegen ist, ihre Instrumente erklingen zu hören. Die Sammlung wächst. Manche schöne Provenienzgeschichte der Instrumente liest man im Buch „Wir sind eine Entdeckergemeinschaft“.

Der Weg zum Klang

Die Musiker mussten sich erst langsam mit den Instrumenten vertraut machen, Töne aus ihnen entlocken, Mensuren erforschen, die richtige Stimmhöhe bestimmen, nicht temperierte Stimmungen erlernen und vieles mehr. Man konnte nicht einfach einen Instrumentenbauer aufsuchen und eine Kopie bestellen. Heute ist das für Musiker*innen, die alte Musik spielen, eine Selbstverständlichkeit.

Die Monteverdi-Schalmei

Darf ich vorstellen? die „Monteverdi-Schalmei“ und ihre rosa Strickhülle.

Dieses Instrument aus dem Jahr 1973 war unter anderem beim legendären Monteverdi-Zyklus in Zürich im Einsatz. Paul Hailperin hat sie nicht nur gespielt sondern auch selbst angefertigt – eine Kopie aus der Musikinstrumentensammlung des KHM Wien. Anders als die üblichen Renaissance-Schalmeien, die draußen laut tönen können, musste ein Instrument gefunden werden, das in einer Oper mit einem kleinen Ensemble klingen kann. Die Anmerkung „für Marie“ auf der Beschriftung betrifft Marie Wolf, die später ebenfalls darauf spielte.

Viola Marcellus Hollmayr, Wien 1650

Ahorn, Fichte, dunkler Lack SAM 1391

Am 16. April 2025 wurde diese Viola aus der Sammlung Harnoncourt feierlich im Saal 43 der Musikinstrumentensammlung des KHM in der Wiener Hofburg der Vitrine übergeben. Dieses Instrument zählt zu den frühesten erhaltenen Zeugnissen des Wiener Streichinstrumentenbaus. Hollmayr war einer der ersten von zahlreichen Lauten- und Geigenmachern aus Füssen, die sich im 17. Jahrhundert in Wien niederließen. Charakteristisch sind die langgezogene Korpusform und die markanten Schalllöcher, ein typisches Stilmerkmal der Füssener Schule. Von besonderem Seltenheitswert ist der original erhaltene Hals. Die Viola stammt aus dem Stift Gleink bei Steyr und gelangte 1954 in den Besitz von Nikolaus Harnoncourt und wurde viele Jahre von Kurt Theiner gespielt.

Violine Mathias Thir, Wien 1795

Diese Violine der Harnoncourts ist seit 2023 Eigentum der Bruckneruniversität Linz und wird als klassische Violine innerhalb der Leihinstrumente des Instituts für Alte Musik für Studierende eingesetzt.
Sie ist in allen wesentlichen Teilen original.

Dr. Tassilo Erhart über Streichinstrumente

In diesem Video gibt Dr. Tassilo Erhardt eine Einführung in einige Grundsatzfragen historischer Streichinstrumente.

Harnoncourt Collection - Nikolaus Harnoncourt

Instrumentenverkauf

Die Familie Harnoncourt verkauft derzeit einen Teil der Streichinstrumente.

Alle Informationen dazu finden Sie hier.